Jungwinzer entern das Stuttgarter Weindorf

Die Leidenschaft zu Wein, die Verbundenheit zur Fellbacher Heimat und der Wille – Wein auch jüngerem Publikum zugänglich zu machen – zeichnet «next Generation» aus. In diesem Jahr hat die Jungwinzervereinigung aus Fellbach ihren zehnten eigenen Herbst eingefahren. Dass bei solch einem Anlass die Feierei nicht zu kurz kommt, ist klar. Den perfekten Rahmen dafür bot das Stuttgarter Weindorf, auf dem in diesem Jahr das erste Mal eine komplette Laube ausschließlich von 18 Jungwinzern aus dem Raum Stuttgart gerockt wurde.

Interview mit der «next Generation»

Wir haben am Stand genau nachgefragt bei Anja Off, neues Mitglied seit Anfang dieses Jahres und Philipp Laipple, der seit der ersten Stunde dabei ist.

Philipp Laipple und Anja Off von der Felbbacher «next Generation».

Wein Heimat: Anja und Philipp, seit wann seid ihr bei der «next Generation» dabei und was hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre verändert?

Philipp: Ich bin bereits seit Anfang an dabei. Allerdings war ich oft unterwegs, entweder bei der Winzerlehre oder beim Oenologie-Studium in Geisenheim, habe das Projekt also zu Beginn noch eher aus dem Hintergrund begleitet.

Was ich allerdings immer spannend fand, dass man sich Gedanken gemacht, welche Akzente wir setzen wollen. Sei es über die Bereitung des Weines, aber auch das Etikett und besonders das Marketing. Für die meisten Jungen von uns war es auch einfach etwas Neues zu sehen, was alles noch nach der Traubenlese im Weinberg kommt. Damit meine ich wenn es um den Flaschenverschluss geht, das Verkaufsgespräch mit den Kunden, mal auf verschiedene Messen zu fahren und vieles mehr.

Anja: Ich bin noch relativ neu in der Jungwinzervereinigung. Aber ich fand es auch sehr spannend, so ein Projekt ganzheitlich zu betrachten. Wir tauschen uns ganz viel aus, begleiten die Weine von Anfang an und stimmen sie gemeinsam ab. In so einer Gemeinschaft macht das einfach großen Spaß.

Wein Heimat: Also hat es nicht nur Euch, sondern die ganze Genossenschaft vorangebracht?

Philipp: Auf jeden Fall! Viele von den Jungen, die damals nach der Ausbildung zurückgekommen sind, gehören heute zu den Hauptstützen der Genossenschaft. Man hat sich untereinander noch besser kennengelernt und einen enormen Zusammenhalt gestärkt. Einige von uns sitzen heute beispielsweise im Aufsichtsrat der Fellbacher Weingärtner. Man könnte schon sagen, das war so etwas wie eine Nachwuchsschule.

Das beste Beispiel ist der Verschluss. Vor zehn Jahren haben die wenigsten an einen Drehverschluss gedacht. Für uns war aber klar, dass wir diesen auf jeden Fall verwenden wollen. Das war damals noch kein Thema, drei Jahre später hat die Genossenschaft aber ebenfalls umgestellt auf den Drehverschluss bei bestimmten Weinen.

2015 haben wir erstmals einen Orangewein in der Genossenschaft gemacht. Innerhalb wenigen Wochen war er ausverkauft. Und nachdem er so gut ankam war klar, das machen wir 2017 wieder. Der Wein kommt jetzt in den Verkauf, wieder etwas anders, aber ebenfalls sehr gut. Wir sind gespannt, wie er ankommt.

Wein Heimat: Nach dem zehnten Herbst-Jubiläum kommt jetzt ein Sekt zur «next Generation»- Kollektion dazu, war das schon länger mal eine Idee?

Philipp: Das wollten wir schon länger mal machen. Der Sekt wird nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Anja: Er ist aus verschiedenen Burgundersorten, weiß gekeltert und soll jetzt durch ein langes Hefelager noch eine tolle Textur bekommen. Wir freuen uns auf das Ergebnis – etwas zu feiern haben wir immer!

Das Interview führte Theresa Olkus.

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