Aktuell im Weinberg: Der Rebschnitt

Wir wollen im neuen Jahr hier im Blog immer wieder aktuell darüber berichten, was unsere Weingärtner im Weinberg gerade so machen. Dadurch bekommt Ihr im Laufe des Jahres einen schönen Überblick darüber, welche Arbeiten dort so anfallen. Falls Ihr zum Beispiel denkt, unsere Weingärtner hätten jetzt im Winter nichts zu tun – von wegen! Auch im Winter wollen die Reben gepflegt werden. Zur Zeit, also jetzt im Januar, sind viele unserer Weingärtner mit  dem „Rebschnitt“ beschäftigt.

Der Rebschnitt als Grundlage des späteren Erfolgs bei der Weinlese

Beim Rebschnitt korrigiert der Weingärtner das Holz der Rebe und schneidet es zurück. Dieser jährlich auszuführende Schnitt beeinflusst die spätere Trieb-, Laub- und Traubenentwicklung, in der Konsequenz sogar die Wurzelbildung. Die Fruchtbarkeit und Wuchskraft der Reben werden gestärkt. Das Ziel sind gleichmäßige Erträge mit guten Mostgewichten, ohne die Rebstöcke zu überlasten. Das heißt: Schon jetzt stellen die Weingärtner die ersten Weichen für die spätere Qualität der Trauben Eures Weines.

Man sieht einen Weingärtner beim schneiden seiner Reben

Jörg Waldner von den Weingärtnern Metzingen-Neuhausen beim Rebschnitt

Die Rebe wird beim Rebschnitt auf ein bis zwei Ruten zurückgeschnitten. Dabei entfernt der Weingärtner das einjährige Altholz, um die Rebe in ihrem Erziehungssystem zu halten und sie auf den Austrieb im Frühjahr vorzubereiten. Dann verkleinert er das abgeschnittene Holz der Rebe, oft mit Maschinen, und arbeitet es in den Boden ein. Das sorgt für eine natürliche Humusanreicherung. Da der Weingärtner jeden einzelnen Stock begutachten und individuell bearbeiten muss, ist der Rebschnitt besonders zeitintensiv.

Der Legende nach entstand die Idee des Rebschnitts übrigens durch einen Esel. Nachdem er in der Winterruhe zum Entsetzen der Dorfbewohner kräftig an einem Rebstock geknabbert hatte, sahen sie, dass eben dieser Stock besonders große Früchte trug und so entschieden Sie, zukünftig alle Rebstöcke zurückzuschneiden.

Nach dem Rebschnitt ist vor dem Rutenbiegen

Doch mit dem Rebschnitt ist es nicht getan. Im Anschluss – meist so im Februar – müssen die Weingärtner ihre Pflanzen vor deren Austrieb biegen und durch Binden in Form bringen. Wozu dient dieses sogenannte „Rutenbiegen“? Nun, die Rebe hat als Lianengewächs die Tendenz, in die Höhe zu wachsen. Auch die Rebe will, ähnlich wie wir, hoch hinaus. Die Folge: Im Laufe der Zeit würde die Pflanze die nach oben wachsenden Triebe bevorzugt mit Nährstoffen versorgen. Das führte umgekehrt dazu, dass der Rebstock von unten her allmählich verkahlt. Die zur Seite wachsenden Triebe kämen einfach zu kurz, weil ihr Wachstum von der Pflanze unterdrückt würde.

Das ist dem Weingärtner aber gar nicht so recht. Er möchte, dass alle Augen der Rebe gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt werden und die Triebe im Sommer möglichst gleichmäßig wachsen, das heißt auch zur Seite. Das Niederbiegen der Fruchtruten fördert deshalb einen gleichmäßiger Austrieb überall an der Rebe. Das Ganze bindet der Weingärtner dann, damit es hält. Zum Binden werden von Weingärtnern, die voll auf Natur setzen, immer noch Weidenruten verwendet. Heutzutage geht man jedoch immer mehr dazu über, dünne Drähte zu verwenden, die von Stickeln (teils aus Holz, aber auch aus Metall) gehalten werden. Wie man das perfekt macht, seht Ihr im folgenden Video von Sigi und Sophia von den Weingärtnern Markelsheim.

Vom Wetter her eignet sich vor allem der Februar für das Biegen der Fruchtruten perfekt, denn: Feuchte Fruchtruten brechen beim biegen nicht so leicht.

Übrigens braucht ein Weingärtner zum Binden eines Rebstocks circa 30 Sekunden, bei einem Hektar Rebfläche sind das über 33 Arbeitsstunden. Berücksichtigt man zusätzlich die Arbeitszeit für den Rebschnitt (ca. 1,5 Min./Stock), beträgt die gesamte Arbeitszeit über 133 Stunden!

Immer aktuell informiert, was im Weinberg passiert – auch das ist der Wein Heimat Blog der Württemberger Weingärtnergenossenschaften! Besucht gerne auch unsere Webseite.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.