Neuffen und der Hohenneuffen im Winter

Es müssen nicht immer gleich die Alpen sein – auch Württemberg hat tolle Berge. Geschichte, Burg(ruin)en und tolle Ausblicke inklusive. Denn heute schauen wir uns zusammen den Hohenneuffen an – und das an seinem Fuße liegende Neuffen.

Das Tolle: Wenn Ihr erst einmal oben seid, habt Ihr vom Hohenneuffen aus einen herrlichen Ausblick entlang der Albkette. Aber blickt ruhig auch einmal nach unten: An den Hängen wird der Neuffener Täleswein angebaut – die Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck hat hier ihr Zuhause. Dazu später mehr. Jetzt kümmern wir uns erst einmal um den Hohenneuffen.

Ihr seht ihn schon von weitem

743 Meter ist er hoch, unser Hohenneuffen, und das reicht, dass man ihn auch schon von weitem sieht. Und – vorteilhaft für alle, die nicht erst stundenlang wandern wollen – nach einem kurzen Aufstieg bietet die Burgruine eine herrliche Aussicht auf Albvorland und Albtrauf. Überhaupt die Burgruine: Sie kann man auf zahlreichen Rundwanderwegen rund um die Burg erkunden. Welcher für Euch der richtige ist, könnt Ihr hier erfahren. Ein Burgrestaurant mit Biergarten im Burghof (Ihr könnt ja auch im Sommer hin 🙂 )bietet nach der Wanderung Gelegenheit, sich zu stärken. Falls Ihr nicht gleich jetzt zum Hohenneuffen aufbrecht: Von Ostern bis November gibt es an Sonn- und Feiertagen Falknervorführungen.

Ein Berg mit Geschichte

Schon von weitem lässt sich erahnen: Dieser Berg hat Geschichte. Denn: Auf der Bergspitze steht ein heterogenes Ruinenensemble. Dieses stammt in seinem Kern von einer Burg aus dem Hochmittelalter. Wie das wohl damals gewesen sein mag, hier oben zu leben? Neben einer ereignisreichen Geschichte, über die Ihr hier mehr nachlesen könnt, war der Hohenneuffen für die Gründung unseres heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg von entscheidender Bedeutung. So fand hier am 2.8.1948 die „Drei-Länder-Konferenz“ der Minister- bzw. Staatspräsidenten der drei südwestdeutschen Nachkriegsländer statt – Baden, Württemberg und Hohenzollern. Hier wurde deren Vereinigung vorbereitet, die 1952 vollzogen wurde.

Aber damit genug der Geschichte: Was könnt Ihr heute am Hohenneuffen erleben?

Der Hohenneuffen als Ausflugsziel

Wie oben bereits erwähnt, habt Ihr von hier aus einen herrlichen Ausblick über das Neckarland sowie die Stuttgarter Höhen bis hin zum Schwarzwald.

Direkt am Fuße des Hohenneuffen liegt Neuffen – und das ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Und zwar zählt Neuffen zum „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“. Dieses ist geprägt von Streuobstwiesen, von Wanderschäfern gepflegten Wacholderheiden, sattgrünen Buchenwäldern und rebbehangenen Weinbergen. Eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft, die weltweit einmalig ist. Und mittendrin das Kleinod Neuffen. Unser Tipp: Der historische Stadtrundgang. Zu diesem hat die Stadt nämlich einen tollen Flyer vorbereitet, der Euch wunderbar durch Neuffen führt und alle Sehenswürdigkeiten erklärt. Ihr findet ihn hier.  Wenn wir uns nicht verzählt haben, enthält der Rundgang nicht weniger als 30 lohnende Stopps. Dazu zählen das Rathaus, die Martinskirche, das Große Haus, das Melchior-Jäger-Haus und der im Jugendstil errichtete Bahnhof.

Neuffen lockt mit vielen reizvollen Details

Schon gut – wir werden ein wenig detaillierter. Das Rathaus ist ein stattlicher Fachwerkbau mit Arkaden, mitten in Neuffen. Nach der Brandschatzung Neuffens 1634 wurde im Jahre 1657 mit dem Wiederaufbau des Rathauses in der heutigen Größe begonnen. Die Arbeiten zogen sich über Jahrzehnte hin. Entstanden ist ein toller Fachwerkbau, den Ihr gesehen haben solltet!

Der Ursprung der Martinskirche reicht vermutlich bis in das 6. Jahrhundert zurück. Über die Jahrhunderte ist dann aus dem ursprünglichen Holzkirchlein ein gotischer Bau entstanden, mit basilikal dreigliedrig gestaltetem Kirchenschiff und einem mit Kreuzgewölbe geschmückten Chor. Die Kirche im heutigen Ausmaß wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut.

Das „Große Haus“ ist etwas ganz besonderes und seltenes. Nämlich ein adeliger Freisitz an der Stadtmauer. Im Mittelalter hat hier der verteidigungsfähige Adelige seine Behausung errichtet. Damit hat dieses Haus auch eine Bedeutung für die Verteidigung der Stadt. Heute beherbergt es das Stadtmuseum und die Stadtbücherei.

Das Melchior-Jäger-Haus, die Einheimischen nennen es auch Jäger´sches Schlösschen, gehört zu den interessantesten Bauwerken Neuffens. Mit historischem Wert, wie Ihr Euch vorstellen könnt, denn das Haus steht unter Denkmalschutz. Es wirkt beim Betrachten wie ein Schloss oder sagen wir mal Schlösschen, was durch die für eine ummauerte Kleinstadt verhältnismäßig großzügige Anlage unterstrichen wird.

Vom Bahnhof aus bietet sich eine Fahrt mit der Tälesbahn nach Nürtingen an, dabei zieht die malerische Landschaft mit Feldern und Wiesen vor dem Fenster im Zeitraffer an Euch vorbei. Linsenhofen, Frickenhausen und Roßdorf liegen an der Strecke. Die Bahn fährt am Wochenende stündlich. Weinliebhaber werden in Linsenhofen Station machen, dort steht eine der ältesten Keltern des Landkreises Esslingen. Sie stammt von 1501 und zeigt die große Weinbauvergangenheit des Ortes. Aber bleiben wir noch ein wenig in Neuffen – und zwar genau des Weines wegen.

Weinbau am Hohenneuffen

Der Hohenneuffen ist ganz nebenbei auch noch einer der höchstgelegenen Weinberge in Württemberg. Mit seinem charakteristischen Klima und den Juraböden unterscheidet er sich deutlich von den anderen Württemberger Weinlagen. Die Heimat des hier angebauten Tälesweins erstreckt sich von Kappishäusern, Kohlberg, Linsenhofen, Frickenhausen über Balzholz und Beuren bis Weilheim/Teck. Die in Neuffen ansässige Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck ist am Kelterplatz 8 zuhause. Übrigens inklusive mehrerer Keller, die unterirdisch miteinander verbunden sind, zur Einlagerung der Flaschenweine, und einem historischen alten Weinkeller.

Traditionelle Sorte ist der Silvaner. Insgesamt bewirtschaften die Wengerter eine Rebfläche von etwa 29 ha am Albtrauf – von Eduard Mörike poetisch „Blaue Mauer“.

Die Weinberge werden von den Wengertern im Nebenerwerb gepflegt, bewirtschaftet und die Trauben per Hand gelesen. Zudem leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft am Albtrauf.

Neben den klassischen Rebsorten arbeiten die Weingärter auch mit den pilztoleranten Sorten Johanniter, Regent, Baron und Cabernet Cortis. Auch Spätlesen und in guten Jahren sogar Eiswein entstehen hier.

Im Versuchsweinberg der Weingärtnergenossenschaft werden neue Sorten auf Ihre Tauglichkeit in dieser doch speziellen Höhenlage angepflanzt.

Kneippen in der Neuffener Toskana

Noch gar nicht so lange gibt es in Neuffen auch die Möglichkeit zu kneippen. Und zwar haben die Neuffener inmitten der herrlichen Natur eine Kneippanlage gebaut. Diese liegt nahe des Wohnmobil-Stellplatzes, Richtung Viehweide. Auch von hier habt Ihr übrigens einen einzigartigen Rundumblick. Die Anlage wird mit frischem Albquellwasser versorgt, hier könnt Ihr herrlich „Wassertreten“.

Neuffen am Hohenneuffen ist etwas für Kneipp-Freunde, denn hier gibt es eine kneipp-Anlage

Foto: Stadt Neuffen

Mehr Infos in jeder Menge sinnvoller Broschüren, zum Beispiel zu Ferienwohnungen in Neuffen, findet Ihr hier. Hier erfahrt Ihr auch mehr über die Unterkunftsmöglichkeiten, Gaststätten, Cafès und Besenwirtschaften – denn wer einmal hier ist, will gerne länger bleiben.

Wer länger bleibt, hat mehr Zeit – und fährt auch gleich noch nach Beuren

Und wenn Ihr dann immer noch nicht genug habt oder vom Tag noch zu viel übrig ist, um ihn schon zu beenden: Dann seid Ihr in weniger als fünf Autominuten im benachbarten Beuren – und dort gibt es nicht nur ein herrliches Thermalbad, sondern auch das Freilichtmuseum Beuren. Letzteres befindet sich allerdings derzeit in der Winterpause und öffnet dann wieder am 03. April 2022. Dann erwarten Euch dort zahlreiche wieder aufgebaute historische Gebäude von der Alb und aus dem Neckarland sowie in der wärmeren Jahreszeit tolle Veranstaltungen, darunter die Schäfertage, das Museumsfest des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren, das Bulldog- und Schleppertreffen und das große „Moschtfescht“, eine Veranstaltung rund und den Streuobstbau.

Die Panorama Therme wiederum darf sich zu den schönsten Thermalbädern Süddeutschlands zählen, und zwar mit einer 1.000 qm umfassenden Beckenlandschaft. Hier findet Ihr sieben unterschiedlich temperierte Thermalwasser- und ein Kaltwasserbecken (24 bis 40 Grad). Die großzügige Anlage verfügt über einen Dampfbadbereich, eine Thermengrotte, die viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten vorhält sowie über eine großzügig gestaltete Saunaanlage.

Mehr erleben in der Weinheimat Württemberg mit den Ausflugstipps im Weinheimat Blog.

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