Schillerwein Infografik

Was ist Schillerwein?

Wir Württemberger besitzen eine besondere Spezialität: Und zwar einen Wein, für den wir Weiß- und Rotweintrauben zusammen keltern.

Diesen Wein nennen wir liebevoll „Schillerwein“. Und während Ihr Euch jetzt vielleicht fragt, ob das gemeinsame Keltern von Weiß- und Rotweintrauben wirklich so speziell ist: Ja, ist es. Dabei entsteht ein Wein in einer schillernden Farbe, und dies führt wiederum zu seinem Namen „Schillerwein“.

Schillerwein hat lange Tradition

Aber ganz von vorn – mit der besonderen Geschichte dieser Weinart. Und da müssen wir Euch mit einem letzten Fachbegriff vertraut machen: Dem „Gemischten Satz“. Denn der Schillerwein stammt oft aus Trauben aus einem solchen. Und das bedeutet wiederum: Aus verschiedenen Trauben der gleichen Parzelle. Bei dieser speziellen Anbaumethode, die es schon seit dem ausgehenden Mittelalter gibt, werden verschiedene Rebsorten gemeinsam angebaut, geerntet – und eben gekeltert.

Dies diente zur Risikosteuerung. Denn klar: Je nach Wetter konnte es immer wieder gut sein, dass eine bestimmte Sorte in einem Lesejahr auch einmal deutlich geringere oder qualitativ schlechtere Erträge brachte als erwartet – dann glich sich dies über die verschiedenen Sorten wieder aus. Der willkommener Nebeneffekt bei der Erzeugung des Schillerweins: Eine interessante Vielschichtigkeit des Endproduktes.

Schillerwein ist keine Cuvée und auch kein Rosé

Oft wird Schillerwein fälschlicherweise als Cuvée oder auch – wegen seiner Farbe – als Rosé bezeichnet. Deshalb – wichtige Unterscheidung Nummer 1: Schillerwein ist keine Cuvée! Eine Cuvée entsteht ja dadurch, dass man mehrere Grundweine verschiedener Rebsorten zusammenführt, um im Ergebnis einen neuen Wein zu bekommen, der ihre individuellen Stärken verbindet. Mehr dazu lest Ihr hier. Beim Schillerwein dagegen werden von vornherein bereits die TRAUBEN verschiedener Rebsorten – und zwar jeweils mindestens einer roten und einer weißen – zusammengebracht und dann gemeinsam zu Wein verarbeitet.

Unterscheidung Nummer 2: Schillerwein ist kein Rosé. Auch wenn er so aussieht. Aber: Rosé ist ein Wein rein aus roten Trauben. Dass er in der Farbe „nur“ rosé geworden ist, liegt daran, dass nach dem Pressen der Saft relativ schnell von den Schalen getrennt wurde. Dadurch ist es dem – auch bei roten Trauben farblosen – Saft nicht möglich, in großem Umfang Farbe aus den Schalen zu lösen und dadurch zu Rotwein zu werden.

Beim Schillerwein bleiben Schalen und Saft für deutlich längere Zeit beieinander und hier ist es für den Saft sehr wohl möglich, Farbe aus den Schalen zu ziehen. Da aber in der Maische auch jede Menge weiße Trauben liegen, ist einfach nicht so viel Farbe für den Saft da und er wird hellrötlich bis altgold schillernd. Sieht dann aus wie Rosé, seine Erzeugung war aber eine komplett andere als beim „echten“ Rosé.

Übrigens: Wundert Euch nicht, wenn Ihr mit Euren Erzählungen über Schillerwein in den anderen Anbaugebieten Deutschlands (und der Welt) auf Unverständnis stoßt. Denn: Die Bezeichnung „Schillerwein“ verwenden wir ausschließlich in der Weinbauregion Württemberg. Nur hier gibt es diesen Wein. Und: Da man ihn aus roten und weißen Trauben presst, ist der „Schillerwein“ ein traditioneller Rotling. Und diesen wiederum kennt man auch in den anderen Anbaugebieten.

Geschmack und Genussempfehlung

Der traditionelle Schillerwein hat einen betont fruchtigen Ausbau mit einer pikanten Würze. Letzteres hängt aber auch ein wenig davon ab, welche Rebsorten verarbeitet wurden – lasst Euch also überraschen. Als frischer und leichter Wein passt er zu vielen Speisen. Besonders gut harmoniert er mit Fisch, Geflügel und Gemüse, lässt sich aber auch als erfrischende Schorle sehr gut genießen. Die Trinktemperatur sollte etwa 10-12 Grad betragen.

Mehr Hintergründe zum Wein und News aus der Weinheimat gibt es im Weinheimat Blog.

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