Weinstein

Was bedeutet Weinstein im Glas?

Vielen von euch wird es schon passiert sein. Einen Schluck aus dem Weinglas genommen und plötzlich hat man etwas sandartiges im Mund, dass den Trinkfluss stört. Dabei handelt es sich um sogenannten Weinstein. Um die wichtigste Frage direkt zu beantworten: Nein, Weinstein ist nicht schädlich und ist auch kein Zeichen für mangelnde Qualität. Er ist also aus rein optischen bzw. ästhetischen Gründen unerwünscht. Aber fangen wir von vorne an: Was genau ist Weinstein überhaupt?

Bei Weinstein handelt es sich um Gemisch aus schwerlöslichen Salzen der Weinsäure, insbesondere Mineralien wie Kalium oder Kalzium, die von Natur aus im Wein vorhanden sind. In gelöster Form kommt er also in jedem Wein vor. Zu den bernsteinfarbenen Kristallen kommt es dann beispielsweise durch die Lagerung bei niedrigen Temperaturen.

Weinstein

Weinstein, Foto: Deutsches Weininsitut

Kein Indiz auf das Alter des Weines

Die Annahme, dass Weinstein haupstächlich in älteren Weinen vorzufinden ist, stimmt nicht. Jedoch kann es sein, dass die Größe der Kristalle mit der Zeit zunehmen. Wenn ein Wein lange und unberührt gelagert wurde, verbinden sich die Kristalle über einen langen Zeitraum miteinander.

Eine andere Art „Weinstein“

In hochwertigen Auslesen, wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie Eisweinen kann man ebenfalls feine, fast staubartige Kristalle finden. Hierbei handelt es sich jedoch meist nicht um den klassischen Weinstein, sondern um natürliche Kalziumsalze. Die bilden sich hier jedoch nicht durch niedrige Lagertemperaturen. Im Gegenteil. Sie entstehen oft aufgrund von höheren Lagertemperaturen.

Depot im Wein

Foto: Deutsches Weininstitut

Neben den Kristallen kann sich in gehaltvollen und gerbstoffreichen Rotweinen mit den Jahren auch öfter ein sogenanntes Depot bilden. Das ist ein eher pulverartiger, dunkelfarbiger Bodensatz aus Gerb- und Farbstoffen, die sich mit zunehmendem Alter verbinden und zu Boden sinken.

So könnt ihr Weinstein im Glas vermeiden

Wenn der Weinstein auch unbedenklich für Qualität und Geschmack des Weines ist, so kann es natürlich trotzdem unangenehm sein, diesen mitzutrinken. Wer also seinen Wein Kristallfrei genießen will, sollte den Wein vorsichtig einschenken. Allein schon das langsame Einschenken verhindert oft, dass die Kristalle von der Flasche ins Glas gelangen. Bei Rotweinen hilft auch vorheriges dekantieren. Das sollte im Idealfall vor einer Lichtquelle passieren, damit man gut erkennt, ob das Depot zurückbleibt.

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