60 Jahre Lemberger Weißherbst beim Weinkonvent Dürrenzimmern

Weinkonvent feiert 60 Jahre Lemberger Weißherbst

Der Weinkonvent Dürrenzimmern hat im Sommer 2024 Grund zu feiern. Der Lemberger Weißherbst wird 60 Jahre alt.

Aus diesem Grund haben wir uns mit Luise Hechler aus dem Vorstand des Weinkonvent Dürrenzimmern unterhalten. Ihre Genossenschaft war die erste in Württemberg (und höchstwahrscheinlich auch bundesweit), die Lemberger als Weißherbst gekeltert hat.

Frau Hechler, wie kam es vor 60 Jahren dazu, dass der Weinkonvent Dürrenzimmern damit begann, Lemberger Weißherbst zu erzeugen?

Luise Hechler: Das war die Idee unseres damaligen Kellermeisters Karl Kühner. Lemberger spielt im Weinkonvent Dürrenzimmern schon immer eine entscheidende Rolle, und 1963 hatten wir eine sehr große Lemberger-Lese. Karl Kühner fragte sich, wer denn die absehbar sehr große Menge Wein in der Folgezeit trinken beziehungsweise kaufen sollte.

Gleichzeitig hatte er den Wunsch, etwas ganz Neues zu schaffen. Einen leichten, fruchtigen Wein. Schiller – also Wein aus weißen und roten Trauben gemeinsam gekeltert – gab es schon. Aber einen aus roten Trauben erzeugten Rosé, den gab es in Württemberg damals noch nicht.

Die Badener hatten ein paar Jahre zuvor bereits Spätburgunder Weißherbst erzeugt. Die Ausgangslage war also vielversprechend. Deshalb zweigte er einen Teil der Lembergertrauben für sein Experiment ab: Einen Wein aus roten Trauben, bei dem bereits nach sehr kurzer Zeit der Saft von den Schalen getrennt wird. Ein weiß geherbsteter Wein – daher der Name Weißherbst. Der erste Lemberger Weißherbst war übrigens eine Spätlese vom Dürrenzimmerer Mönchsberg – wie jetzt auch der Jubiläumswein.

Luise Hechler in ihren Weinbergen

Luise Hechler in ihren Weinbergen

Und: Hat er sein Umfeld mit dieser Begeisterung angesteckt? Wie verkaufte sich der Weißherbst? 

Luise Hechler: Also die Weinkenner waren entsetzt. Wie konnte man aus den guten Lembergertrauben so etwas machen? Eine Sünde! Das konnte ja nichts werden. Aber: Die Kunden waren begeistert. Sie interessierten sich für den Wein und sorgten für eine rasche Verbreitung. Und so war die Erfolgsgeschichte nicht aufzuhalten. Ich schätze, dass bis spätestens Anfang der 70-er Jahre fast jeder Weinfreund die Neuheit einmal probiert hatte.

Das heißt: Im Laufe der nächsten Jahre entstanden zahlreiche weitere Lemberger Weißherbste. Weine verschiedener Geschmacksrichtungen und Qualitätsstufen: Qualitätsweine, Kabinett, Spätlese in verschiedenen Linien, unter anderem sogar ein Cellarius. Letzterer kehrt jetzt einmalig zum 60. Geburtstag des Dürrenzimmerer Lemberger Weißherbst wieder zurück. Und Anfang der 70-er Jahre kam ein zweiter Lagenwein dazu: Lemberger Weißherbst vom Stockheimer Stocksberg

Was zeichnet Lemberger Weißherbst aus, was sorgt für diese Begeisterung?

Luise Hechler: Für mich ist es seine Frische, die aber nicht – wie beim Weißwein – aus der Säure kommt (davon hat ein Weißherbst eher wenig), sondern aus der Frucht. Letztere ist beim Lemberger Weißherbst deutlich dominanter als beim Weißwein. Und: Während man bei der einen oder anderen Sorte oft die Wahrnehmung hat, dass der Wein auf der Zunge nach und nach etwas herber wird, bleibt der Lemberger beim Genuss fruchtig, weich und rund.

Zu welchen Mahlzeiten passt er denn am besten?

Luise Hechler: Das hängt natürlich vom einzelnen Lemberger Weißherbst ab. Generell passt er gut zu verschiedenen Sommergerichten, Salaten, ich trinke ihn auch gerne zu Meeresfrüchten und Garnelen. Aber auch zu leichten Fleischgerichten und – besonders in der halbtrockenen Ausführung – zu Curries harmoniert er prima.

Der Weinkonvent Dürrenzimmern nimmt das 60-jährige Jubiläum ja zum Anlass, zu feiern…

Luise Hechler: So ist es. Wir widmen dem Thema unser Afterwork am 6. Juni. Dort geht es dann einen Abend lang um Rosé und Weißherbst. Und bei unserer „Only am See“-Party am 19. Juli feiern wir den Lemberger Weißherbst dann gleich noch einmal. Mit verschiedenen Lemberger Weißherbst Weinen im Ausschank.

Für alle, die jetzt gerne mal einen Lemberger Weißherbst probieren möchten: Den Lemberger Weißherbst Spätlese „Cellarius“ in der Jubiläumsausgabe gibt es hier.

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