Steillagen im Nebel der frühen Morgenstunden in Nebelschwaden

Lembergerland Kellerei gründet Steillagenkollektiv

Steillage macht kreativ: Habt Ihr Lust, Pat:in eines Weinbergs zu werden? Denn die Lembergerland Kellerei Rosswag macht das jetzt möglich!

Das Motto hinter der Aktion: Gemeinsam für Weinkultur und Biodiversität. Das heißt die Stichworte sind Solidaritätsmodell, mehr Wertschöpfung, Patenschaft und Naturaldividende. Aber der Reihe nach.

Seit über 1000 Jahren wird in den terrassierten Steillagen über der Enz bei Rosswag Wein angebaut. Die Reben profitieren dabei von der intensiveren Sonneneinstrahlung in der Steillage. Denn die Wärme aus den Trockenmauern schenkt ihnen „warme Füße“. Ist also alles in Ordnung mit der Zukunft der Steillage? Wenn man die Güte des Weins betrachtet und den ökologischen Nutzen der Trockenmauern, zweifellos. Denn nicht zuletzt schenken diese vielen seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Aber – die Medaille hat auch eine Kehrseite. Denn: Die Arbeit in der Stellage ist mühsam, ein Maschineneinsatz ist nur begrenzt oder gar nicht möglich. Dazu ist der Erhalt der Trockenmauern aufwändig, auch finanziell. Und dies ist ein Aufwand, der auf dem Weinmarkt nicht ausreichend honoriert wird.
Doch das ist kein Grund für die Genoss:innen der Lembergerland Kellerei, die Rebschere aus der Hand zu legen. Die Rosswager:innen haben ab sofort ein Solidaritätsmodell, das die Widrigkeiten des Marktes abfedern soll. Und zwar eine Patenschaft für eine Terrasse in der Steillage. Und aus vielen Patenschaften wird das Steillagenkollektiv.

Fotos: Julian Tauer (Schloss Kaltenstein), Lembergerland Kellerei Rosswag

Steillagenkollektiv mit vielen Pat:innen

Und das funktioniert wie folgt. Der Pate/die Patin stellt den Wengertern übers Jahr hinweg jeden Tag einen Euro zur Verfügung. Dafür bekommt er/sie einen Korb voller Weinkultur. Ein persönliches Namensschild im Weinberg und ein Zertifikat mit GPS-Koordinaten seines/ihres Terrassenstücks in den Mühlhäuser Felsengärten, in der Rosswager Halde oder im Vaihinger Schlossweinberg am Kaltenstein. Vier digitale Weinstammtische des Steillagenkollektivs bieten begleitend viele Hintergrundinformationen zum Wein, dessen Herkunft und seinen Erzeugern/-innen. Eine fachkundige Weinbergführung vor dem Herbst vervollständigt das Angebot sowie die Möglichkeit, bei der Lese im Wengert mitzuhelfen. Klingt nach Arbeit – und ist es auch. Macht aber auch enorm viel Spaß.

Nicht zuletzt, gewissermaßen als Naturaldividende, erhält jede/r Teilnehmer/-in vier 6er-Wein-Pakete des Lembergerlands pro Jahr und dazu den Vorzug, die eigens für das Steillagenkollektiv komponierte Cuvée und weitere exklusive Abfüllungen zu erwerben. Die Teilnahme am Steillagenkollektiv ist jährlich kündbar. Verschenkte Mitgliedschaften enden automatisch nach einer Jahresfrist.

Das war, was die Pat:innen bekommen. Jetzt lasst uns einmal ansehen, was die geförderten Kollektiv-Wengerter im Gegenzug leisten.

Naturnaher Weinbau in der Steillage wird honoriert

Naturnaher Weinbau liegt im Trend – deshalb soll er auch bei den Kollektiv-Wengertern durchgeführt werden. Das bedeutet: Die Kollektiv-Wengerter/-innen des Lembergerlands verzichten auf den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden und fördern damit die Biodiversität im Weinberg. Denn: Die Lembergerland Kellerei will lebendige und schön anzusehende Weinberge. Nach und nach wird der Rebbestand vermehrt durch robuste Reben ersetzt, um die Pilzerkrankungen vorzubeugen beziehungsweise sie zu verringern.

Darüber hinaus verpflichten sich die Kollekitv-Wengerter/-innen, die ökologisch wertvollen Trockenmauern zu erhalten. Dies bedeutet auch den Fortbestand dieses Biotops für nützliche Insekten und seltene Reptilien und dieser einmaligen Kulturlandschaft.

Mit Hilfe des Steillagenkollektivs erhalten die Wengerter/-innen für ihren hohen Aufwand nicht nur einen höheren Auszahlungsbetrag für ihre Trauben, sondern auch die Pflege der Trockenmauern und damit der Kulturlandschaft wird extra honoriert.

So erhalten sie vom Kollektiv für die Landschaftspflege bis zu 150 EUR je Terrasse zusätzlich zu ihrem Traubenertrag. Das heißt: Die Wengerter:innen können unabhängiger von der Erntemenge arbeiten und nachhaltig wirtschaften. Also mehr Qualität statt Quantität. Das weckt Motivation und das generationenübergreifend. So haben sich bereits einige Söhne und Töchter für die Weiterbewirtschaftung der elterlichen Weinberge entschieden. Das freut Mensch, Natur und Landschaft. Denn: Zum Wohle des Weins, der Artenvielfalt und der Nachhaltigkeit verstehen die Kollektiv-Wengerter/-innen den Weinberg als ganzheitlichen Organismus – als ein wertvolles Ökosystem.

Die konkreten Dos und Dont’s der Kollektiv-Wengerter

Schauen wir uns noch einmal konkret an, was die Kollektiv-Wengerter nun konkret tun. Beziehungsweise lassen, um dem gerade genannten hehren Ziel näher zu kommen.

Sie verzichten auf:

  • Herbizide
  • Insektizide
  • synthetischen Dünger
  • Bindematerial aus Kunststoff

Gleichzeitig werden sie zum Erhalt des Ökosystems in der Steillage:

  • die Trockenmauern pflegen und Instand halten,
  • robuste Reben pflanzen,
  • aktive Weinberg-Begrünung, Bepflanzung und Vermehrung standortspeziefischer Beipflanzen und
  • nachhaltig wirtschaften.

Die Einhaltung des Kodexes wird regelmäßig durch die Lembergerland Kellerei überwacht und bewertet.

Wir werden Euch über die weitere Entwicklung des Projektes auf dem Laufenden halten.

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