Weinprinzessin Henrike Heinicke: sitzt mit einem Weinglas im Dirndl auf einer Mauer.

Württemberger Weinprinzessin Henrike Heinicke

Warum Henrike bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin antritt, erfahren Sie hier.

Am 24. September findet dieses Jahr die Wahl zur Deutschen Weinkönigin statt. Besonderheit: Heuer dürfen bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin auch die Weinprinzessinnen der Anbaugebiete teilnehmen. Voraussetzung: Die jeweilige Königin war schon im Vorjahr dabei. Dadurch vertritt uns die Württemberger Weinprinzessin Henrike Heinicke bei der diesjährigen Wahl. Wir haben Henrike zu ihrer Inspiration, Zielen und Weingeheimnissen befragt.

Henrike, warum möchten Sie Deutsche Weinkönigin werden und seit wann verfolgen Sie dieses Ziel?

Tatsächlich bin ich Quereinsteigerin: Ich bin erst mit 16, im Zuge meines Auslandsjahres zum Wein gekommen. Zurück in der Heimat begann ich mich über die Tätigkeiten im Weinbereich zu informieren und wurde so aufmerksam auf die Weinhoheiten. Als Deutsche Weinkönigin möchte ich die Bekanntheit und die Wertschätzung des Deutschen Weins im Ausland stärken. Ein weiteres Ziel ist es,  Weinkennern, aber auch Weinneulingen zu zeigen, wie vielseitig das Thema Wein ist und welche schöne Handwerkskunst dahinter steckt.

Wer hat Sie dazu inspiriert Württemberger Weinprinzessin und jetzt deutsche Weinkönigin zu werden?

Inspiriert wurde ich von der Deutschen Weinkönigin 2015/16, Josephine Schlumberger. Diese kenne ich von der Universität Geisenheim. Auch Julia Böcklen – sie war vor zwei Jahren Finalistin der Deutschen Weinköniginnen Wahl und kommt auch hier aus Württemberg – hat mich inspiriert.

Was sagt Ihr Umfeld dazu, dass Sie sich zur Wahl der Deutschen Weinkönigin stellen?

Dadurch, dass ich am Rand eines Anbaugebiets wohne, ist die Wahl nicht wirklich bekannt. Trotzdem freuen sich alle mit mir und die ganze Stadt unterstützt mich tatkräftig bei meiner Kandidatur.

Württemberger Weinprinzessin Henrike Heinicke auf zwei Bildern mit Dirndl und Weinglas

Können Sie uns etwas über Ihre bisherigen Aufgaben als Württemberger Weinprinzessin sagen? Was war Ihr „schönstes Erlebnis“?

Durch das, dass meine Amtszeit von Corona überschattet wurde, hatte ich leider nicht so viele Auftritte. Gewählt wurde ich im Dezember 2019 und hatte nur ein paar Monate, bevor Corona kam. Aber: Ich war bei den Fellbacher Weingärtnern bei einer Ausstellung verschiedener Weine dabei. Außerdem hat mir das Reisen durch Württemberg und das Kennenlernen der Winzer sehr gefallen.

Mein schönstes Erlebnis war der von mir selbst organisierte „Bopfinger Besen“ im vergangenen Herbst. Das Ziel war, den Wein in der Heimat etwas bekannter zu machen. Außerdem habe ich bei der Eröffnung eine Flasche Sekt sabriert, wodurch die erste Reihe des Publikums auch etwas davon hatte (lacht). Glücklicherweise nahmen alle den ersten Verkostungsschluck per Flugpost mit Humor.

Wie sind Sie denn überhaupt zum Wein gekommen?

Zum Wein gekommen bin ich mit 16 Jahren, als ich in Australien ein Highschool Jahr absolviert habe und ein Fach belegen wollte, das in Deutschland nicht angeboten wird. Hier entschied ich mich für das Fach Agriculture. In diesem durfte ich zum ersten Mal Trauben lesen und war an der Weinherstellung beteiligt. Zurück in Deutschland habe ich mich dann über die Möglichkeiten in meiner Umgebung erkundigt. So kam ich zu meinem Vorpraktikum in Untertürkheim, anschließend habe ich in Geisenheim studiert und meinen Bachelor der Internationalen Weinwirtschaft gemacht.

Immer wieder habe ich auch verschiedene Länder und Orte bereist, um mir das dortige Wissen anzueignen. Unter anderem Mallorca, Südtirol, Rheingau, Frankreich und Kalifornien.

Was macht Ihnen an ihrem Job am meisten Spaß?

Wie heißt es so schön: „Der Wein hat viele Geschichten und verbindet Menschen.“ Mich fasziniert, wie einfach es ist, Kunden glücklich zu machen, indem man Ihnen neue Weine und Rebsorten vorstellt und mit einfachen Fakten begeistert. Dadurch konnte ich auch schon viele meiner Freunde zum Wein bekehren.

Welchen Wein trinken Sie denn am liebsten?

Das hängt ganz vom Anlass ab. Als Aperitif gerne einen Winzersekt, Zuhause auf der Terrasse mit Freunden darf es aber auch gerne mal ein Riesling sein. Zum Essen wird bei mir dann auch gerne mal ein Lemberger eingeschenkt.

In Ihrer Abschlussarbeit haben Sie sich mit dem Thema des Foodpairings mit Wein und Schokolade beschäftigt. 
Was hat Sie dazu inspiriert?

Inspiriert hat mich hierzu vor allem meine Mutter. Die ist Konditormeisterin. Und durch meine Liebe für den Wein war dies eine perfekte Kombination. Ich interessiere mich ja generell für Lebensmittel und Wein. In Zusammenarbeit mit Schell Schokolade wurden dann verschiedene Foodpairings ausprobiert und getestet.
Mein Geheimtipp für die perfekte Kombination von Wein und Schokolade ist ein trockener, mineralischer Riesling zu einer hochwertigen Vollmilchschokolade mit Salz und Zitrusfrüchten. Auch wenn dieses Zusammenspiel erst einmal seltsam klingt, es ist superlecker. Auch bei den anderen Studierenden kam dieses Foodpairing am besten an.

Was ist denn, Ihrer Meinung nach, das besondere an der Weinbranche?

Für mich ist es ein schönes Handwerk, mit der Besonderheit, dass der komplette Prozess der Herstellung, von Anfang bis Ende, begleitet wird. Außerdem gefällt mir die Wertschätzung von Lebensmitteln, die mit dem Verständnis kommt, wie aufwendig die Weinherstellung ist. Auch gutes Essen in Kombination mit gutem Wein schätze ich sehr. Außerdem öffnet der Wein Türen und Tore! Vor allem im Ausland ist es ein guter Weg, ins Gespräch zu kommen und sich die tollsten Weine zeigen zu lassen.

Was sind für Sie als Württemberger Weinprinzessin die Stärken des Württemberger Weins?

Zwar gibt es mehr Rot- als Weißweine, jedoch können diese international absolut mithalten. Und zwar nicht nur der Lemberger. Auch der Trollinger als leichterer Rotwein sollte mehr internationale Bekanntheit bekommen. Ähnliche Weine in Südtirol haben das ja bereits geschafft. Aber auch die Württemberger Weißweine, mit ihrer Feinheit und Eleganz, sowie die leichten spritzigen Weine sind eine absolute Köstlichkeit hier in Württemberg.

Welche Weinfeste besuchen Sie besonders gern und warum?

Vor allem das Heilbronner Weindorf ist für mich ein Highlight. Nicht nur die coole Location, sondern auch der Austausch mit den Winzern. Auch das Stuttgarter Weindorf ist sehr schön. Bad Dürkheim steht auch noch auf meiner Liste.

Was mögen Sie an der Württemberger Mentalität besonders gerne?

Schwaben sind einfach direkter und schwätzen wie der Schnabel gewachsen ist. Mir gefällt vor allem die Direktheit. Auch nach all meinen Reisen und Auslandserfahrungen komme ich immer wieder gerne zurück. Im Schwabenländle ist außerdem nicht nur eine gesunde Arbeitsmoral vorhanden, sondern auch der Wert für Essen und Trinken liegt genau richtig.

Welchen Wein würden Sie einem noch nicht eingefleischten Weinfreund empfehlen, um ihn noch ein bisschen neugieriger zu machen?

Einen Wein der Scheurebe: entweder trocken oder fein herb. Er schmeckt aufregend und hinterlässt eine Süße im Mund. Der perfekte Einsteigerwein für junge unerfahrene Weintrinker. Ich finde außerdem, dass er eine gute Basis ist, um den Novizen perfekt komplett zum Trockenen zu erziehen.

Wir drücken auf jeden Fall die Daumen für unsere Württemberger Weinprinzessin.

Immer aktuell informiert über die Weinheimat Württemberg im Weinheimat Blog.

 

*Fotos: Andreas Vogt


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