Ryo Shiga, Tomo Shiga, Bernd Kost und Jürgen Conz vor den versandfertigen Paletten der Weingärtner Stromberg-Zabergäu

WG Stromberg-Zabergäu international erfolgreich

Tolle Geschäftserfolge in Japan, und das mit Biowein – wie die Genossenschaft das schafft, im Weinheimat Blog.

Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu setzen ihren internationalen Kurs fort! Bei einem Pressegespräch am Dienstag in Bönnigheim gab es aufregende Neuigkeiten. Vorstand und Geschäftsführer Dr. Bernd Kost teilte mit, dass die Genossenschaft derzeit einen Großauftrag aus Japan abwickelt: Wir sprechen von 80.000 Flaschen Biowein (Riesling, Rosé und Trollinger mit Lemberger). Das sind sechs 40′-Container! „52.000 Flaschen wurden bereits im vergangenen Jahr nach Japan verschifft, weitere 80.000 gingen am Dienstag von Bönnigheim aus auf die Reise“, freut sich Kost.

Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu gehören zu den drei größten genossenschaftlichen Biowein-Produzenten in Deutschland, in Württemberg sind sie sogar die Nummer Eins. In Zahlen heißt das aktuell 50 Hektar, mit der klaren Vision, bis in 5 Jahren bei 100 ha zu sein. Denn: Bioweine sind im Exportbereich ein Türöffner beim Markteintritt! Bei den Japanern zum Beispiel spielt Gesundheit eine große Rolle, die Tendenz geht hier dahin, dass der Marktanteil von Biowein weiter steigt. Auf den Kartons steht bewusst der Hinweis für die internationalen Konsumenten auf eine nachhaltige Produktion.

Die vier in japan erfolgreich verkauften Weine der Weingärtner Stromberg-Zabergäu und der Verpackungs-Karton

Doch nicht nur Bio läuft in Japan: Hier wurden zusätzlich auch noch knapp 3.000 Flaschen EPOS Spätburgunder „Großes Gewächs“ verkauft. Dies ist umso bemerkenswerter, als dieser Wein in Japan für umgerechnet 19 Euro verkauft wird.

Der Erfolg in Japan – das steckt dahinter

Insgesamt verbuchten die Weingärtner Stromberg-Zabergäu seit 2016 über insgesamt 820.000 Euro Umsatz aus dem internationalen Geschäft – und das hauptsächlich aus Biowein. Aktuell liegt der Exportanteil innerhalb der Weingärtner Stromberg-Zabergäu bei ca. 4 bis 4,5 Prozent am Gesamtumsatz.

Möglich macht solche Verkaufserfolge langjähriges Vertrauen, das die Geschäftspartner in Fernost den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu entgegen bringen. Der Verkauf erfolgt direkt an COSTCO – einen der größten Lebensmittelhändler der Welt. Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in den USA hat, ist auch in Japan aktiv. Zwei bis dreimal pro Jahr fliegt Bernd Kost vor Ort, um die Geschäfte am Laufen zu halten. „Darüber hinaus stehe ich mit dem Vizepräsidenten des Unternehmens und seinen Einkäufern ständig in Kontakt, wir haben uns gerade während Corona über die Situation im Land des jeweils Anderen auf dem Laufenden gehalten“.

Damit beim Handel mit Japan alles glatt läuft, setzt Kost seit rund acht Jahren auf die Partnerschaft von Ryo Shiga, einem in Deutschland lebenden Japaner. „Er kennt die Sprache, er kennt die Kultur, mit ihm bin ich vor Ort so perfekt unterwegs, dass wir unsere Zahlen im zweiten Corona-Jahr sogar steigern konnten“.

Weingärtner Stromberg-Zabergäu: Exportgeschäfte mit Japan stabil

Besonders freut Bernd Kost, dass trotz um 15 Prozent gesunkener deutscher Weinexporte nach Japan das Geschäft der Weingärtner Stromberg-Zabergäu stabil blieb. „Insgesamt dürfte unser Anteil am deutschen Weinexport nach Japan inzwischen circa 4 Prozent betragen“, sagt Kost, der gleichzeitig Vorsitzender des Export-Beirats des Deutschen Weininstituts (DWI) ist.

Der aktuelle Auftrag, so findet er, habe einen erfreulichen Nebeneffekt: Dass neben dem Bio-Riesling und dem Bio-Rosé auch ein Bio-Trollinger mit Lemberger zu seinen Verkaufsschlagern in Fernost gehört. „Das ist doch klasse, wenn wir auf diese Weise den vielleicht württembergischsten aller Württemberger international salonfähig machen“.

Falls Ihr Euch jetzt fragt: „Was mögen die Japaner denn generell für einen Wein?“, dann ist die Antwort: Zunächst erst einmal ihren eigenen. Die Japaner bauen nämlich selber Wein an und haben Winzer, die in Deutschland studiert haben, unter anderem auch in Weinsberg. Es gibt dort sogar deutsche Rebsorten wie Riesling oder Kerner. Dennoch ist Japan der sechstgrößte Importeur für Wein weltweit (wir liegen hinter den USA auf Platz 2).

Der Anteil des deutschen Weins liegt derzeit bei 3 Prozent, aber Achtung: Er kommt von 20! Das war in den 80er Jahren, und es war eine andere (Wein)welt: Zu der Zeit tranken die Japaner überwiegend liebliche Weine. Diese Geschmackspräferenz hat sich sehr stark geändert. Was dazu führte, dass Deutsche Weine mit dem Vorurteil belegt waren, sie seien süß. „Das war anfangs gar nicht so leicht, die Japaner vom Gegenteil zu überzeugen“, weiß Bernd Kost.

Weingärtner Stromberg-Zabergäu auch in Russland, China und Vietnam aktiv

Doch das internationale Geschäft der Weingärtner Stromberg-Zabergäu beschränkt sich nicht auf Japan. Erste Flaschen werden auch bereits nach Polen geliefert, auch in China, Russland und Vietnam werden derzeit Handelsbeziehungen aufgebaut. Auch wenn durch Corona diese Aktivitäten ganz schön erschwert wurden.

Übrigens – so unterschiedlich ist die Welt: In Russland und China spielen Bioweine eine sehr geringe Rolle – der Markt dort wird von Bernd Kost eher als preisaggressiv beschrieben.

Das Entree in den chinesischen Markt verschaffte sich Dr. Kost im Juni 2019 auf einer Delegationsreise in China mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Noch im selben Jahr wurde Bernd Kost auf ein Gesundheitsforum eingeladen, wo er einen Vortrag über Wein und Gesundheit halten durfte.

Erfolge durch rechtzeitige strategische Ausrichtung ermöglicht

Für Bernd Kost ist klar: „Wer im internationalen Geschäft erfolgreich sein will, muss flexibel sein: Das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen bedeutet schnelle Entscheidungswege“. Deshalb haben die Weingärtner Stromberg-Zabergäu ihren Vorstand in den letzten Jahren deutlich verkleinert. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Conz und Bernd Kost ist nur noch Frank Braun zusätzlich im Vorstand dabei. Er ist Stellvertreter im Ehrenamt.

So viel zum internationalen Geschäft der Weingärtner Stromberg-Zabergäu. Aber auch beim Geschäft im Inland gibt es aufregendes Neues. Was für eine tolle Weinlinie hier an den Start geht, verraten wir Euch in wenigen Tagen hier im Weinheimat Blog.

 


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