Verkostung: Schwarzriesling & Samtrot I

In der neuesten Ausgabe des Wein Heimat Magazins hat unser Verkostungsteam Rotweine mit Restsüße getestet. Aus dieser Verkostung stellen wir Euch heute die ersten neun Weine vor, drei Schwarzrieslinge und sechs mal Samtrot.

Was man unter Rotwein mit Restsüße versteht, hat uns Harald Scholl vom Vinum Magazin schon einmal erklärt. Den Artikel findet Ihr hier. Da wir so viele Samtrote verkostet haben, haben wir sie in 2 Teile aufgeteilt. Heute für Euch den ersten Teil, ergänzt um die drei Schwarzrieslinge, die unsere Genossenschaften zur Verkostung angestellt haben. Doch bevor wir damit starten – was zeichnet einen Schwarzriesling überhaupt aus? Das haben wir nochmal für Euch zusammengefasst.

Schwarzriesling
Hintergrund

Der Schwarzriesling ist die Urform der Burgunderfamilie und ist trotz der Namensähnlichkeit kein Verwandter des Rieslings. Später Austrieb und späte Blüte bringen gute Frosthärte sowie verringern die Verrieselungsgefahr. Die Trauben werden mittelspät reif. In Württemberg wird die Rebe bereits seit Jahrhunderten kultiviert. Der Schwarzriesling ist ein typisches Gewächs aus Württemberg. Im Vergleich zu Trollinger, Lemberger oder Spätburgunder stellt diese Sorte jedoch geringere Ansprüche an Lage und Boden und wächst gerne auf kräftigen Lehmlössböden.

Farbe & Geschmack

Die Weine vom Schwarzriesling zeigen eine rubinrote bis ziegelrote Farbe, duften nach roten Beeren und verfügen über einen eher eleganten Körper und ein zartbitteres Finale. Ausgebaut werden trockene, aber auch fruchtbetonte Varianten, meist als Qualitätsweine, aber auch als Kabinettweine oder Spätlesen.

Empfehlung

Die Württemberger lieben den Schwarzriesling als harmonischen Wein zum Gespräch am Abend. Die etwas kräftigeren Varianten begleiten vorzüglich Kurzgebratenes vom Schwein, Lamm und Rind. Aber auch zu Wildgeflügel, Pasta oder milden Käsesorten passt er gut.

Samtrot
Hintergrund

Der Samtrot gehört ebenfalls zur Familie der Burgunderreben. Seinen Namen verdankt er seiner samtig weichen Art. Ihre Wurzeln hat die junge Rebsorte in Heilbronn sowie in Weinsberg und ist charakterlich zwischen Schwarzriesling und Spätburgunder einzuordnen. Entdeckt wurde der Samtrot von den Württembergern und wird auch nur hier kultiviert. Seine Verwandtschaft zu den Burgunderweinen macht sich durch seinen Anspruch an Boden und Klima bemerkbar. In manchen Jahren bringt der Samtrot relativ geringe Erträge.

Farbe & Geschmack

Die Weine des Samtrot sind im Charakter dem Schwarzriesling, recht ähnlich und machen in Geschmack sowie Farbe seinem Namen alle Ehre. Mit einer roten, warmen Farbe, den Aromen von Himbeere und Kirsche und einem samtigen Geschmack, den er seiner harmonischen Säure verdankt.

Empfehlung

Der Samtrot eignet sich besonders für festliche Anlässe. Er ist der perfekte Begleiter für die schwäbische Sonntagsküche, Braten von Lamm und Rind, und junge, milde Hartkäse.

Die Weine im Einzelnen

Württembergische Weingärtner- Zentralgenossenschaft eG

Schwarzriesling feinherb

11,5 Vol.-%

Dunkle Aromatik, der Wein duftet tatsächlich nach Rotwein. Brombeere, schwarze Träuble, auch eine Spur Tabak und Zeder. Kompletter Wein, tiefgründig, vielschichtig, zeigt einige Tiefe. Lädt dazu ein, ihn im Mund verweilen zu lassen.

Preis: 5,52 Euro | www.wzg-weine.de

 

 

 

Weingärtner Markelsheim eG

2018 Markelsheimer Tauberberg Schwarzriesling lieblich

12,5 Vol.-%

Das Alter schadet ihm nicht. Intensive, dunkellila Farbe. In der Nase Holunderbeersaft, reife Schwarzkirsche, Saft und Struktur zugleich. Bleibt lang haften, ist immer beherzt kraftvoll, ohne aufdringlich zu sein.

Preis: 6,40 Euro | www.markelsheimer-wein.de

 

 

Felsengartenkellerei Besigheim eG

2020 Schwarzriesling lieblich

12,5 Vol.-%

Verhaltene Nase, leichte Beerenaromatik, etwas Lakritz. Im Mund mit angedeuteter Fülle, bleibt jedoch straff in der Mundmitte. Wieder dunkle Frucht am Gaumen, ganz leichte Gerbstoffnote, bleibt immer geschmeidig und generös.

Preis: 7,59 Euro | www.felsengartenkellerei.de

 

Weinkellerei Hohenlohe eG

2020 Schwarzriesling mit Samtrot Qualitätswein fruchtig

12,0 Vol.-%

Klares Rubinrot mit dunklen Reflexen. Die Nase zunächst rauchig-würzig, mit Luft kommt Schwarzkirsche dazu. Im Mund saftig, mit festem Fruchtkern, dunkelwürzig. Markante Gerbstoffe, eindeutig kein «Weinchen». Animierend, ruft laut nach kräftiger Speisebegleitung!

Preis: 5,25 Euro | www.weinkellerei-hohenlohe.de

 

Heuchelberg Weingärtner eG

2019 Samtrot mit Lemberger lieblich

11,5 Vol.-%

Zeigt in der Nase eher helle Beerenaromatik, sogar eine Spur Himbeere ist zu entdecken. Leichtfüßig auch im Mund, helle Beeren, ganz zarte Gerbstoffe, angenehm trinkfreudig. Gerne auch ein wenig kühlen!

Preis: 4,88 Euro | www.heuchelberg.de

 

 

 

Weinkonvent Dürrenzimmern eG

2020 Klosterhof Samtrot mit Schwarzriesling fruchtig

12,5 Vol.-%

Zur typischen Kirscharomatik kommen dunkle Blüten, Malve, Hibiskus. Die finden sich auch im Mund wieder, leicht, fast ätherisch, mit grundsolider Basis von Gerbstoff sowie Mineralität. Äußerst delikater Rotwein.

Preis: 5,20 Euro | www.weinkonvent-duerrenzimmern.de

 

Weingärtnergenossenschaft Metzingen eG

2019 Metzinger Hofsteige Spätburgunder mit Schwarzriesling halbtrocken

12,5 Vol.-%

Kraftvoll, würzige Nase, Beerenfrucht, Fleischextrakt. Im Mund mit derselben Mischung aus Frucht sowie Würze. Vielseitig im Mund, variabel bei Tisch. Vom Menü bis zum Vesper schafft er alles.

Preis: 6,90 Euro | www.wein-metzingen.de

 

 

 

Felsengartenkellerei Besigheim eG

2020 Samtrot lieblich

12,0 Vol.-%

Der Wein ist hell und transparent im Glas. In der Nase helle, rote Blüten, Hibiskus. Süße Johannisbeere und Erdbeere dann im Geschmack, zeigt sich stets leichtfüßig.

Preis: 5,99 Euro | www.felsengartenkellerei.de

 

Genossenschaftskellerei Heilbronn eG

2019 Edelis Samtrot Kabinett lieblich

11,5 Vol.-%

Duftet nach Malvenblüten, dazu kommt auch heller Tee. Im Mund zunächst mit leichter Beerensüße, dann kommt eine Spur Gerbstoff dazu. Bleibt aber immer elegant und fein, ein zartgliedriger Wein.

Preis: 6,07 Euro | www.wg-heilbronn.de

 

 

 

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